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    <title>Essays zur Reitkunst</title>
    <link>https://www.centauralstudio.de</link>
    <description>Begriffsbestimmung Reitkunst, Historischer Rückblick und Auseinandersetzung mit Bezügen zum Kunstbegriff im Wandel der Zeit</description>
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      <title>Essays zur Reitkunst</title>
      <url>https://cdn.website-editor.net/s/1715ca52f66c4e39927a77dc84fb5bce/dms3rep/multi/_DSC7334.jpg</url>
      <link>https://www.centauralstudio.de</link>
    </image>
    <item>
      <title>Essays zur Reitkunst, 6. Kapitel</title>
      <link>https://www.centauralstudio.de/essays-zur-reitkunst-6-kapitel</link>
      <description>Könnte man die Akademische Reitkunst, auch dem erweiterten Kunstbegriff nach Beuys zuordnen? Könnte die Reitkunst ein positiver Beitrag zur sozialen Plastik sein? Diesen Fragen widemt sich der letzte Beitrag.</description>
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kapitel 6 der Serie
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h2&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ist Reiten Kunst und wenn ja, welche?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h2&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;a href="/shop"&gt;&#xD;
    &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/1715ca52f66c4e39927a77dc84fb5bce/dms3rep/multi/_DSC7812_Niedrige_Qualita-t.jpg" alt="Reiterin im Galopp" title="Klick Tipp führt zum Shop"/&gt;&#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Pferd und Reiterin in der Landschaft, eine Bewegung in Form gebracht..
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Marie-Charline Herld in einem outfit von CENTAURALSTUDIO auf NIka.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Wie es weiter ging
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           - Rückblick auf das fünfte Kapitel
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           In diesem Kapitel widmeten wir uns der Kunst an sich, insbesondere jener nach dem großen, einschneidenden Paradigmenwechsel Anfang des 20. Jhd., welcher die moderne Kunst der Gegenwart eingeläutet hat. Speziell haben wir uns mit Josef Beuys befasst, der mit dem erweiterten Kunstbegriff die Techniken der Kunst nicht nur erweitert hat, sondern der in der Kunst sogar eine Möglichkeit einer neuen Gesellschaftsordnung erwogen hat. Er entwickelte mit der Idee der sozialen Plastik den Gedanken, dass jeder Mensch ein Künstler sein kann und an dem grossen gesellschaftlichen Ganzen formend mitwirkt. Wie diese Idee innerhalb der Reitkunst, oder im Umgang mit Pferden bzw. Tieren an sich eine verblüffend einfache Umsetzung finden kann: damit befassen wir uns im letzten Teil dieser Serie.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           17. Reitkunst und erweiterter Kunstbegriff
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die akademische Reitkunst nach Bent Branderup wird von ihm und seinen Schülern in ihrer Umsetzung vornehmlich im Sinn einer Könnerschaft - bis hin zur Meisterschaft - kommuniziert.
            &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Damit liesse sie sich zum Beispiel mit der Kunst eines Musikers vergleichen, welche ein hohes Maß an Können voraussetzt, um zur Virtuosität zu kommen und die erst dann wahrnehmbar werden kann.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Der erweiterte Kunstbegriff ermöglicht eine neuartige Sicht auf die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Pferd, im Grunde dem Tier an sich.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;a href="/shop"&gt;&#xD;
    &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/1715ca52f66c4e39927a77dc84fb5bce/dms3rep/multi/_DSC7550.jpg" title="Klick Tipp führt zu Shop" alt="Racer moon Jacke, Schulparade"/&gt;&#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Eine Levade setzt viel Könnerschaft von Seiten der Ausbilderin und des Pferdes voraus
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Marie_Charline Herld mit Nika..
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           18. Prozess, Flow
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aus einem Gespräch welches 1985 Beuys mit anderen Künstlern geführt hat: ‚Eine unbestimmte Energie wird über den Moment der Bewegung in eine bestimmte Form gebracht, das ist ein Prozess.‘ Auch wenn sich dieses Beuys - Zitat auf Materie bezieht, wird es  interessant, die ‚unbestimmte Energie‘ im Lebewesen zu denken. Würde bedeuten, dass also Mensch und Pferd als Partner gleichermassen unbestimmt in den Prozess eintreten. Der Prozess eine Bestimmtheit in der Form intendiert.
            &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Wenn ich dann die Arbeit mit dem Pferd als - künstlerischen - Prozess begreife, also unmittelbar im Moment ich an das Pferd herantrete mir bewusst mache, bereits als Künstler zu agieren, ändert das mein Bewusstsein und macht sehr viel mit der eigenen Haltung.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kunst ist auch Hingabe
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Ein Künstler gibt sich der Kunst hin und wird Teil einer Bewegung oder Geisteshaltung. Das bedeutet im Umkehrschluss: ich als Künstler kann das Werk auch verderben, oder unkenntlich machen. Als Künstler zu agieren bedeutet ein hohes Maß an Konzentration und Achtsamkeit. Es heisst nicht, irgendetwas zu machen und zu behaupten es sei Kunst.
            &#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
        
            Im Sinn von Beuys agiere ich bereits als Künstler wenn ich es intendiere vom ersten Moment an. Bereits wenn ich mein Pferd führe bin ich dann achtsam und konzentriert und nicht beiläufig und irgendwie.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dialog mit der anderen Spezies
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Über die Arbeit mit dem Pferd kann man sich dann, diesem Gedanken folgend, in einen künstlerischen Prozess begeben, der, wie wir wissen absolut individuell ist. Ich bin im Dialog mit einer anderen Spezies und es besteht die Möglichkeit tief verbundener Aktion. Wenn man in diesem Sinn künstlerisch mit dem Pferd agiert, gibt es Situationen, die man Flow nennt. Es ist ein Zustand der wie eine Art universelle Verbundenheit empfunden wird und man spürt, dass alles für den Augenblick perfekt ist. Jeder der mit seinem Pferd diesen Flow schon einmal erlebt hat, wird sofort wissen, was gemeint ist.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Man erkennt die Kraft des Flow vor allem danach, nachdem man wieder getrennt ist. Oft hinterlässt Flow ein tief empfundenes Glücksgefühl.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;a href="/shop"&gt;&#xD;
    &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/1715ca52f66c4e39927a77dc84fb5bce/dms3rep/multi/_DSC7673-19edd513.jpg" alt="Racer_moon Jacke zu Pferd" title="Klick Tipp führt zum Shop"/&gt;&#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und es macht Freude.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           19. Interaktion/Performance
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Wenn man sagt man betreibt Reitkunst, könnte gefragt werden: Wer ist der Maler, wer der Pinsel und wer ist die Leinwand? Oder ist das Pferd das Ausdrucksmedium des Reiters?
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ﻿
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Also drückt sich des Reitkünstlers Kunst über die Fähigkeiten seines Pferdes aus?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Diese Fragen zielen darauf ab das Pferd als künstlerisches Material zu sehen und lösen gerade daher ein Unbehagen aus. Wir erkennen: so kann es nicht gemeint sein, weder historisch, noch im Heute.
            &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Je nachdem wie sensibel unser Pferd ist, lässt es sich nur auf uns ein, wenn wir achtsam und präzise sind. Wir als Künstler müssen enorm an uns arbeiten dem Pferd konzentriert, gerecht und kreativ gegenüber zu treten. Jedes Individuum stellt uns vor neue Herausforderungen und das Pferd benötigt nicht nur statische Technik im Umgang. Wenn wir etwas von ihm wollen braucht es Ideen, die auf seine Persönlichkeit eingehen und damit auch Intuition und Kreativität.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir erweitern den Gedanken der Interaktion um die andere Spezies.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn wir Reitkunst so verstehen agieren wir im Sinn eines erweiterten Kunstbegriffs. Wir behandeln das Pferd als gleichberechtigtes Wesen und erkennen in ihm den künstlerischen Partner. Wenn wir mit dem Pferd arbeiten dann innerhalb eines Prozesses an der gemeinsamen Performance.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/1715ca52f66c4e39927a77dc84fb5bce/dms3rep/multi/Doro_Reitstunde_1+%28113%29.jpg" title="Zwei Soldaten und zwei Pferde" alt="Jaquette_2 blue, Pferd"/&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kleine Maulakrobatik
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           20. Gesamtkunstwerk für die Weltgesellschaft.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Wie bereits erwähnt ist die Idee der Sozialen Plastik eine Grundidee von Beuys. Wenn ich in diesem Sinne einem Pferd ein positives Miteinander, eine gute Zeit bei und mit mir verschaffe, ist mein formender Input zu dieser Plastik positiv und aufbauend. Es ist damit ein positiver Impuls in die Gesellschaft der Tiere und damit auch für die Menschen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ﻿
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           21. Reitkunst als Beitrag zur sozialen Plastik
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Wir wissen nicht ob es von Bent Branderup intendiert ist, doch kann man aus meiner Sicht seine Lehre als einen Beitrag zur sozialen Plastik im Sinne von Beuys sehen. Ein Beitrag, der sich weich und undogmatisch in die Köpfe hoffentlich vieler Pferdeliebhaber formt. Entscheidend ist, dass man damit für die Pferde eine gute, gewaltfreie und fördernde Kommunikation gestaltet die uns ermöglicht eine erfüllte Zeit mit ihnen zu verbringen und den Tieren obendrein ein körperliches Wohlbefinden offeriert. Nach all dem was Pferde für uns Menschen in den letzten 3000 Jahren geleistet haben, können wir dem Kollektiv der Pferde hiermit etwas zurück geben. Und im Sinn der sozialen Plastik ist das Kunst.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wem gehört die Kunst?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ebenso kann akademische Reitkunst als Interaktion und Performance Kunst im Sinn des erweiterten Kunstbegriffs betrachtet werden. Damit gehört sie nicht mehr nur dem Künstler allein, sondern auch dem Betrachter. Sie gehört quasi der Gesellschaft, so wie ein Buch nicht allein dem Autor gehört, sondern dem Leser. Vielmehr das Buch erst seinen Sinn ergibt wenn es auch gelesen wird. Zur Präsentation von Reitkunst eignet sich fraglos die Live Performance, aber auch sehr spannend ist die Fotografie, die manche Momente einfriert und damit sichtbar macht, sowie die Film- und Videokunst. Es entsteht also eine weitere Möglichkeit der Interaktion: eine interdisziplinäre Arbeit. Dazu könnte kommen: ein besonderer Ort für die Präsentation der Reitkunst, oder Aktionskunst wie Happening oder Flashmob, politische Kunst und Inszenierung. Es entsteht die Möglichkeit der interdisziplinären Zusammenarbeit mit anderen Sparten der Kunst, insbesondere den darstellenden Künsten, zum Beispiel Musik und Tanz.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nicht zufällig auch Kunst.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Reitkunst ist aber nicht zufällig auch eine Kunst, die man dem erweiterten Kunstbegriff zuordnen kann. Wer sie so erleben will muss eine bewusste Entscheidung dafür treffen.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;a href="/shop"&gt;&#xD;
    &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/1715ca52f66c4e39927a77dc84fb5bce/dms3rep/multi/DSC_0809.jpg" alt="Reiterin und Reitehrerin " title="Klick Tipp führt zum Shop"/&gt;&#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kathrin und Charline tragen eine Jaquette_2 - ein Jackenmodell welches einge historische Formen zitiert und dabei modern bleibt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           In einer idealen Welt würden auch keine Unterscheidungen mehr getroffen zwischen Kunst, akademischer Kunst oder Sport. Falls sich alle Reiter als Künstler im Sinne von Beuys verstehen würden, könnte ein Miteinander der ‚Pferdeleute‘ entstehen welches durch grundsätzliche Prinzipien geeint ist. Spannend finde ich in diesem Zusammenhang die sich bereits abzeichnende Vernetzung von Reitern die nach Branderup et. al. arbeiten. Es bilden sich international Unterzentren, die jeweils von Schülern geleitet werden. Eines davon ist z.B. Equidemia Academy von Celina Skogan.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Jeder kann mitmachen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Obwohl Bent Branderup einen inner circle seiner Schüler klar abgrenzt, hat er seine Lehre als ein open source project angelegt. Er macht aus keiner seiner Erkenntnisse ein Geheimnis und wird nicht müde, mit grosser Verve sein tief ausgelotetes Wissen immer wieder neu zu präsentieren. Sein Verdienst ist die antike und die barocke Lehre für uns anwendbar gemacht zu haben und ihr den tieferen Sinn der Gymnastizierung zu geben. Um daran teilhaben zu können benötigt man keine sonderlichen Vorkenntnisse, es wird aber aufgrund der besonderen Genauigkeit ein Interesse geweckt, das eine oder andere tiefer zu durchdringen. Die akademische Reitkunst schliesst nicht wie die historische Akademie Teile der Gesellschaft bewusst aus. Es wird kein besonders befähigtes Tier einer bestimmten Rasse benötigt und jeder kann mitmachen. Es sind vor allem Frauen, welche gegenwärtig nach der Lehre von Branderup arbeiten und diese verbreiten, was ebenfalls auch für unsere Zeit, blicken wir über Europas Grenzen hinaus, nach wie vor ein Novum ist. Erinnern wir uns an die Klasse Beuys. Für ihn war Kunst nicht der Gegenstand einer gesellschaftlichen Elite und auch nicht auf das männliche Geschlecht beschränkt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Allgemeinbildung für Reiter
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Aus unserer Sicht ist das durch Bent Branderup und seine Schülerinnen und Schüler erarbeitete Wissen um die Reitkunst so wichtig und durchdacht, dass es eine noch weit grössere Ausbreitung haben sollte und als Grundwissen für die Ausbildung der Pferde den Status einer Allgemeinbildung für Reiter haben müsste.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Sat, 30 Mar 2024 11:56:30 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.centauralstudio.de/essays-zur-reitkunst-6-kapitel</guid>
      <g-custom:tags type="string">Ist Reiten Kunst</g-custom:tags>
      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/s/1715ca52f66c4e39927a77dc84fb5bce/dms3rep/multi/_DSC7334.jpg">
        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/s/1715ca52f66c4e39927a77dc84fb5bce/dms3rep/multi/_DSC7334.jpg">
        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Essays zur Reitkunst, 5. Kapitel</title>
      <link>https://www.centauralstudio.de/essays-zur-reitkunst-5-kapitel</link>
      <description>Umbruch in die Moderne Anfang des 20 Jhd. Josef Beuys erweitert den Kunstbegriff und fügt noch Ideen wie die soziale Plastik hinzu, im Grunde eine Möglichkeit über die Kunst und ihren Ethos die Gesellschaft neu und friedlich zu ordnen.</description>
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kapitel 5 der Serie
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h2&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ist Reiten Kunst und wenn ja, welche?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h2&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;a href="/shop"&gt;&#xD;
    &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/1715ca52f66c4e39927a77dc84fb5bce/dms3rep/multi/_DSC6983.jpg" alt="Reiterin, die ihr Pferd lobt" title="Klick Tipp führt zum Shop"/&gt;&#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Zügel und Galon auf dem nosleeves_classic Oberteil bilden eine perfekte Linie.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Marie-Charline Herld in einem outfit von CENTAURALSTUDIO auf Yerbero.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Wie es weiter ging
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           - Rückblick auf das vierte Kapitel
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der letzte Artikel führte uns von Elisabeth II von Österreich-Ungarn über den endgültigen Paradigmenwechsel von Reitkunst zu Reitsport in die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg, und zu den Erfolgen der deutschen Equipe im Dressurreiten. Wir erfuhren dass Gustav Steinbrecht noch ein der Reitkunst verschriebener Ausbilder gewesen war, seine Lehre aber in einer Heeresvorschrift verarbeitet wurde. Die Reitlehre, im 18. Jahrhundert noch eine Sache der upper class und der elitären Reitakademien, war nun eine kriegsrelevante Angelegenheit geworden. Die in der Heeresdientvorschrift Nr. 12 festgelegten Statuten der Ausbildung von Reiter und Pferd wirken bis heute in den Richtlinien der FN fort. Reitkunst um die letzte Jahrhundertwende war eine Sache der der Frauen und des Zirkus. Es gab berühmte Kunstreiterinnen. Diesem bei der Recherche zum Blog entdeckten Umstand werden wir sicherlich noch ein ganz eigenes Kapitel widmen. Doch jetzt wollen wir uns erst einmal mit der Kunst an sich befassen.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           13. Kunstbegriff im Wandel
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mit dem Ende des ersten Weltkrieges und dem Zusammenbruch der Monarchie konnte sich die Gesellschaft neu ordnen und einer Demokratie, wie wir sie heute kennen, den Grundstein legen. Mit allen entsetzlichen Verwirrungen in Folge.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Die längst zunächst durch beispielsweise die Bewegung des Jugendstils entwickelten, von Künstlern wie Wassily Kandinsky theoretisch erfassten und durch Walter Gropius und das Bauhaus verbreiteten Ideen einer befreiten Kunst, konnten nun mit enormer Geschwindigkeit sich ihren Weg bahnen. Der Umbruch in die Moderne - von den Nazis als Entartung diffamiert - geschah in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
        
            Dadurch hat sich der Kunstbegriff, und auch wie wir Kunst heute betrachten, enorm gewandelt.
             &#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
        
            Um moderne Kunst zu verstehen braucht man in der Regel eine Vorbildung, oder eine Einweisung. Dies führt häufig zu Missverständnissen, da sich die Werke nicht immer von selbst erklären.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Hauptmerkmale der Moderne sind die Autonomie von Form, Farbe und Material.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Josef Beuys (1921 - 86)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Ein für die Kunst der Gegenwart entscheidend prägenden Künstler ist Joseph Beuys. Dies vor allem in seiner Eigenschaft als Kunsttheoretiker und als Professor für Bildhauerei (1961 - 72) an der Kunstakademie in Düsseldorf. Beuys vertrat in seinem Unterricht die von ihm entwickelten avantgardistischen Ideen eines neuen, sogenannten erweiterten Kunstbegriffes, der für eine die Gesellschaft verändernde ästhetische Erziehung steht
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ﻿
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
      
           und zog eine grosse Vielfalt unterschiedlicher künstlerischer Positionen in seiner Schülerschaft an.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Beuys wurde sogar aus der Akademie entlassen, weil er vehement dafür eintrat, jeden Anwärter auf einen Platz in seiner Klasse zuzulassen. Er bezog ganz klar Stellung gegen eine Elitenbildung und handelte damit nur konsequent. Wer aus seiner Sicht eine Laufbahn als Künstler einschlagen wollte, sollte auch die Möglichkeit dazu bekommen. Das überforderte die Gesellschaft der 1970er Jahre. In Folge des Rauswurfs unterzog sich Beuys einem seine Person massiv diffamierenden Kampf seinen Unterricht dennoch fortsetzen zu können.
            &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Die Klasse Beuys hat eine so grosse Zahl wichtiger Künstler hervorgebracht wie nur wenige Klassen zuvor, u.a. Gerhard Richter, Jörg Immendorf, Katharina Sieverding, Blinky Palermo, um einige Namen zu nennen.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;a href="/shop"&gt;&#xD;
    &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/1715ca52f66c4e39927a77dc84fb5bce/dms3rep/multi/Joseph-Beuys-by-Laurence-Sudre.jpg" title="Klick Tipp führt zu Shop"/&gt;&#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Charakteristisch für Beuys war auch sein stets durchdachtes outfit. Man kennt ihn praktisch nicht ohne Hut.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           14. Der erweiterte Kunstbegriff
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            nach Beuys geht davon aus, dass alles intendierte Schaffen des Künstlers bereits Kunst ist, und die Werke quasi wie Momentaufnahmen dieses ständigen Schaffensstromes sind. Damit widmet der Künstler sein Leben der Kunst an sich und schliesst das Private, Unkünstlerische, das nicht Intendierte aus. Beuys selbst hat in jedem Fall so extrem gelebt.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der erweiterte Kunstbegriff nimmt insbesondere den Entstehungsprozess, den Prozess an sich, den Flow, den Moment, das Konzept und die Interaktion in den Kunstbegriff auf und bricht so die Tradition des Werksgedankens, welcher die Kunst erst entstehen lässt, wenn das Werk vollendet ist.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dabei geht Beuys für sein eigenes Schaffen sogar so weit einen Zerfall zu planen und die Materialität seiner Arbeiten wieder in den Ursprungszustand zurückzuführen, um nicht das Erbe späterer Generationen zu belasten.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Erweiterung der künstlerischen Techniken
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Darüber hinaus wird auch die Palette der künstlerischen Techniken erweitert, insbesondere um den Bereich der Performance, der - temporären - Installation, der Inszenierung. Eine weitere, geradezu bahnbrechende Neuerung war die Interaktion mit dem Rezipienten oder einem Publikum. Der Kunstbetrachter wurde zum aktiven Teil der Kunst, indem er bewusst oder unbewusst in das Werk eintrat und somit wiederum von anderen als Kunst betrachtet wurde.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ﻿
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
      
           Diese neuartige interaktive Kunst entsprach dem Zeitgeist und wurde beispielsweise auch von der FLUXUS Bewegung genutzt. Interaktion als Technik wird in etlichen Werken heute geradezu selbstverständlich angewendet.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;a href="/shop"&gt;&#xD;
    &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/1715ca52f66c4e39927a77dc84fb5bce/dms3rep/multi/the-night-picture-collector.jpg" alt="Friedrich der Große zu Pferd" title="Klick Tipp führt zum Shop"/&gt;&#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Oft beschäftigt sich Beuys mit Energie. Und er tritt auch selbst als Teil seiner Aktionskunst auf und wird zum Performer.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           15. Soziale Plastik
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Ein weiterer wichtiger Impuls von Beuys ist die Idee der Sozialen Plastik und des Gesamtkunstwerkes. Gemeint ist, dass eine Welt-Gesellschaft in ihren Handeln permanent an einer gemeinsamen Plastik arbeitet. Es ist eine Idee die quasi jeden Menschen zum Künstler macht, der somit seinen Teil zum Gesamtkunstwerk beiträgt. Diese Idee hat einen tief ethischen Ansatz, der nicht religiös ist.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           7000 Eichen
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Beuys sah in der - nicht mehr einer Elite gehörenden - Kunst die Möglichkeit, die Welt im positiven Sinn zu verändern. Er war Gründungsmitglied der Partei ‚Die Grünen‘ und schaffte es trotz einer Welle der Verachtung und Respektlosigkeit das Projekt ‚7000 Eichen - Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung‘ anlässlich der documenta ’82 auf den Weg zu bringen. Heutzutage sind die Eichen wahre Pilgerstätten. Es ist zu einem gesellschaftlichen Konsens geworden, Bäume mit einer positiven Absicht zu pflanzen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aber ist das schon Kunst?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Würde man das eigene Leben als ein Kunstwerk ansehen und jeden Tag, den man darin verbringt als einen Tag, den man aktiv an diesem Werk arbeitet, ist im Sinn des erweiterten Kunstbegriffes auch das Pflanzen eines Baumes Kunst.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/1715ca52f66c4e39927a77dc84fb5bce/dms3rep/multi/Joseph-Beuys-I-Like-America-and-America-Likes-Me--281974-29.jpg" title="Zwei Soldaten und zwei Pferde"/&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Beuys mit Filzdecke, Pilgerstab und Koyote 'Little John' - er war einer der ersten Künstler, der mit lebenden Tieren arbeitete. Diese Aktion in der Galerie trägt den Titel 'I like America and America likes me' - Der Koyote ist ein Vertreter des Ur-America anwesend, jenes Kontinents der noch unendeckt gewesen war und von der Natur bestimmt wurde, also vor Kolumbus.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           16. Beuys und Tiere
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Eine für die Zeit, und sicher auch für manch einen heute, höchst irritierende Aktion ist ‚I like America and America likes me‘ welche 1973 in der Galerie René Block in New York stattgefunden hat. Beuys liess sich hierzu für mehrere Tage mit einen Kojoten namens ‚Little John‘ in der Galerie einschliessen. Einen Kommentar hierzu beginnt er mit:
            &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           „Warum arbeite ich mit Tieren, um unsichtbare Kräfte auszudrücken?“
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Auch wenn er in Folge andere Schlüsse zieht, ist dieses als Frage formuliertes Statement bemerkenswert. Man kann behaupten, dass die Begegnung von Mensch und Tier auch für das Tier etwas freisetzt, was es nicht mit anderen Tieren entwickeln würde.
            &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Die friedliche Begegnung von Mensch und Tier macht für beide Spezies einen unsichtbaren Raum auf, den jede Spezies für sich nicht erleben könnte.
            &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Vielleicht ist allein das der Grund weswegen Tiere sich überhaupt für uns interessieren.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ﻿
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;a href="/shop"&gt;&#xD;
    &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/1715ca52f66c4e39927a77dc84fb5bce/dms3rep/multi/Joseph+Beuys+und+die+Fotografie.jpg" alt="" title="Klick Tipp führt zum Shop"/&gt;&#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Josef Beuys performte sogar mit einem Pferd.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Titus Andronicus / Iphigenie war eine
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aktionskunst" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Kunstaktion
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            des deutschen
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstler" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Künstlers
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Beuys" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Joseph Beuys
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (1921–1986) bei der experimenta 3, veranstaltet von der
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Akademie_der_Darstellenden_K%C3%BCnste" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Deutschen Akademie der Darstellenden Künste
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            in
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Frankfurt_am_Main" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Frankfurt am Main
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            vom 29. Mai bis 7. Juni 1969.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
          I
          &#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           m nächsten Kapitel erfahren wir wie die künstlerischen Techniken des erweiterten Kunstbegriffs nach Josef Beuys auf die Reitkunst Anwendung finden könnten. Das ist eine erstaunliche Möglichkeit uns in der Beziehung zu unserem Pferd neu zu definieren und enthält vor allem eine Friedensbotschaft.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Wed, 20 Mar 2024 20:39:28 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.centauralstudio.de/essays-zur-reitkunst-5-kapitel</guid>
      <g-custom:tags type="string">Ist Reiten Kunst</g-custom:tags>
      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/s/1715ca52f66c4e39927a77dc84fb5bce/dms3rep/multi/Goodie+Mom3.jpg">
        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/s/1715ca52f66c4e39927a77dc84fb5bce/dms3rep/multi/Goodie+Mom3.jpg">
        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Essays zur Reitkunst, 4. Kapitel</title>
      <link>https://www.centauralstudio.de/reitkunst-ein-historischer-ueberblick-4-kapiel</link>
      <description>Fin du siecle: Reitkunst ist eine Sache der Damen geworden. Gustav Steinbrecht schreibt sein Buch 'Das Gymnasium des Pferdes', Kaiser Wilhelm II von Hohenzollern glaubt an einen Fortbestand der Welt mit Pferden.</description>
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kapitel 4 der Serie
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h2&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ist Reiten Kunst und wenn ja, welche?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h2&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;a href="/shop"&gt;&#xD;
    &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/1715ca52f66c4e39927a77dc84fb5bce/dms3rep/multi/Goodie+Mom+2.jpg" alt="Reiterin, die ihr Pferd lobt" title="Klick Tipp führt zum Shop"/&gt;&#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Foto: Wird oft vergessen. Ein Lob schadet nie! Marie-Charline Herld in einem outfit von CENTAURALSTUDIO auf Yerbero.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Wie es weiter ging
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           - Rückblick auf das dritte Kapitel
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Der letzte Beitrag führte uns bis zum Ende des 19.Jhd. und reflektiert die beiden mächtigen Einschnitte, welche die Reitkunst eher an den Rand drängten. Zum einen die Mode, englische Vollblutpferde auch auf dem Kontinent züchterisch einzusetzen, zum anderen die Kriegsrelevanz der Pferde, welche dazu geführt hat, dass die Ausbildungsmethodik von Reiter und Pferd in die Hände des Heeres ging. Eine Entwicklung welche den Begriff Dressur in den Sprachgebrauch gebracht hat und das Dressurreiten als ein sportliches Pendant zur Reitkunst einen Wettbewerbsgedanken ausgelöst hat. Last but not least beschäftigte uns die Kaiserin Elisabeth II von Österreich-Ungarn, die erste Repräsentantin der reitenden Frau schlechthin.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ﻿
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
      
           In ihrer Entourage befinden sich Expertinnen und Experten zu eigentlich allen Spielarten der europäischen Reitweisen wie wir sie auch heute noch betreiben, auch der Zirzensik und der Freiheitsdressur. Da Elisabeth so eine spannende Person für Reiterinnen ist, bleiben wir noch ein wenig bei ihr.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           8.1 Der Kaiserin Kleider
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Es gibt Geschichten, die behauten dass sich Sisi einige Male heimlich als Knabe verkleidet, rittlings auf ein Pferd gesetzt hätte. Sicher ist, dass sie fast jeden Kilometer ihres Reiterinnenlebens im
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://www.buergerleben.com/sisi-und-der-reitsport-vor-150-jahren/" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Damensattel
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            verbracht hat. In der Vielzahl an Fotografien und gemalten Bildern sieht man eine enorm gut aussehende, sehr schlanke und unnahbare Dame auf einem im Vollbluttyp stehenden Pferd, in allen Gangarten souverän. Sie galt nicht nur als die schönste Frau, sondern auch
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://mythoskaiserinelisabeth.com/category/elisabeth-kaiserin-von-oesterreich/teil-5-eine-kaiserin-zu-pferde/" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           die beste Reiterin Europas.
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Ja, sie eine Legende! Doch was trug die Legende? Anstelle eines Reitunterrockes wählte sie für sich eine Unterhose aus sehr weichem Rehleder, eine Innovation. Über das Schnürkorsett ein Reitkleid in gedeckten Farben: braun, dunkelgrün, dunkelblau, später ausschliesslich schwarz. Wie interessant! Diese Farben sind noch heute die führenden Farben der Reitbekleidung. Im
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://www.kiwi-verlag.de/buch/karen-duve-sisi-9783462006698" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Buch ‚Sisi’ von Karen Duve
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            stehen wir einigermaßen oft beim morgendlichen Einnähen der Kaiserin in ihr Reitkleid mit in der Ankleide. Die Schneiderin durfte den kaiserlichen Körper nicht mit dem Finger berühren. Was für eine Fingerfertigkeit!
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Anschliessend gehen mit ihr auf die Jagd, möglicherweise auf eine Parforcejagd. Das bedeutet 20 - 30 km gestreckter Galopp auf einem Vollblutpferd. Wer würde ihr das heute nachmachen? Oder nachmachen wollen?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Etwa zur gleichen Zeit schrieb Gustav Steinbrecht sein berühmtes Buch ‚Das Gymnasium des Pferdes‘, eine Reitlehre die uns bis heute noch beschäftigt.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;a href="/shop"&gt;&#xD;
    &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/1715ca52f66c4e39927a77dc84fb5bce/dms3rep/multi/Sisi-was-a-keen-follower-of-hounds-and-hunted-with-great-enthusiasm-in-England---Ireland_-It-is-often-said-that-she-helped-to-set-the-pace-in-side-saddle-design-by-demanding-the-same--or-indeed-greater-durabilit.jpg" title="Klick Tipp führt zu Shop"/&gt;&#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sisi &amp;amp; Bay Middleton(?) bei einem Ausritt.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Man beachte die stets durchhängenden Trensenzügel und den kaum sichtbaren Kontakt zur Hand an der Kandare.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            9. Gustav Steinbrecht (1808–1885)
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Stefanie Stockhausen schreibt in ihrem Buch ‚Ars Equitandi‘
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            „Der – überraschend kurze und direkte – Vermittlungsweg von der frühneuzeitlichen
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ars equitandi
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           in die derzeit gültigen Richtlinien für Reiten und Fahren der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) lässt sich in großem Bogen wie folgt skizzieren: Einen zentralen Grundstein für die Richtlinien bildete die in Reiterkreisen – trotz berechtigter zivilgesellschaftlicher Ressentiments – neuerdings zu Recht wieder häufiger als beachtenswertes Elementarwerk der Reitlehre gewürdigte Heeresdienstvorschrift Nr. 12 (kurz ›H. Dv. 12‹ genannt), die in ihrer letzten, gekürzten Fassung von 1937 fortwirkt bis in die Richtlinien der FN. Diese richtungweisende militärische Reitvorschrift hatte Kaiser Wilhelm II. (1859–1941) am 29. Juni 1912 im Potsdamer Neuen Palais mit seiner Unterschrift in Kraft gesetzt. Sie löste die bis dahin gültige Instruktion zum Reitunterricht für die Kavallerie von 1882 ab. Der Sache nach speist sie sich im Wesentlichen aus (Eduard) Gustav Steinbrechts (1808–1885) Reitlehrbuch 'Das Gymnasium des Pferdes', das erstmals 1884 veröffentlicht wurde.“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Vorwärts versus Geradeaus
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Gustav Steinbrecht galt noch als Reitmeister im Sinne der barocken Reitkunst, sein posthum erschienenes Buch indes wird als Grundstein einer sogenannten modernen deutschen Reitweise angesehen. Diese war vor allem die Grundlage einer effizienten Ausbildung etlicher Soldaten. Er brachte die Begriffe des Vorwärts und Geraderichten in die Nomenklatur reiterlicher Fachsprache ein. Retrospektiv ist es im Hinblick auf die Verwendung seiner Reitlehre durch das Militär nicht verwunderlich, dass aus dem Vorwärts und Gerade gerichtet ein Geradeaus wurde. Ein ziemlich eklatantes Missverständnis, aber passend zu einer Zeit, in der die Eisenbahn bereits erfunden war und überall Schienen gezogen wurden.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;a href="/shop"&gt;&#xD;
    &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/1715ca52f66c4e39927a77dc84fb5bce/dms3rep/multi/1884+Damen-Reitkunst.jpg" alt="Friedrich der Große zu Pferd" title="Klick Tipp führt zum Shop"/&gt;&#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Reitkunst ist eine Sache der Damen zum 'fin du siecle'.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           10. Mechanistisches Weltbild
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Einhergehend mit der Industrialisierung ab Beginn/Mitte des 19 Jhd. hatte sich auch die Art, wie man den Körper betrachte, geändert. Da die Motoren und verbunden damit Maschinen omnipräsent waren, dachte man auch die Physiologie immer mehr als ein Funktionsprinzip. Bent Branderup erklärt im Buch: „Die Logik hinter den Biegungen“ :
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           „..was Steinbrecht in seiner Zeit beobachten konnte. Sein Lehrmeister und Bruder seines Schwiegervaters war Louis Seeger. Dieser erklärte die Physiologie des Pferdes im Zeitalter der Industrialisierung mit einem Modell ineinander greifender Zahnräder. So meinte er in der Ausbildung des Pferdes mit der aktiven Aufrichtung des Pferdehalses, die Hinterhand niederdrücken zu müssen.“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn wir genau hinschauen prägt dieses Funktionsmodell vom Körper grundsätzlich die nachfolgende Epoche bis heute.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Doch kein Einschnitt in die Reiterei war schliesslich größer als die beiden Weltkriege, welche das Pferd - und auch andere Tiere - zu kriegsrelevantem Gerät deklassierte.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/1715ca52f66c4e39927a77dc84fb5bce/dms3rep/multi/0I00nT9W.jpg" title="Zwei Soldaten und zwei Pferde"/&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dieser launige, undatierte Schnappschuss weist kaum auf den Schrecken hin, der vor oder hinter diesen Pferden und Menschen lag. Die Szene spielt sich möglicherweise in einem Güterwaggon ab.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           11. Kamerad Pferd.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Pferd war zur Zeit Kaiser Wilhelm II mehr denn je der Motor der Welt. «Ich glaube an das Pferd, das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung.» Dieses Zitat wird dem letzten deutschen Kaiser zugeschrieben. Der Höhepunkt der Pferdenutzung wurde im Jahr 1910 erreicht, nur vier Jahre vor dem Ausbruch des ersten Weltkrieges. Pferde wurden im Zivilleben als Transportmittel und in der Landwirtschaft eingesetzt. Doch der erste Weltkrieg benutzte die Tiere, genauso wie die Menschen. Weltweit waren ca. 20 Millionen Pferde im Kriegseinsatz. Ein im ersten Weltkrieg eingesetztes Artilleriepferd hatte eine durchschnittliche Lebenserwartung von zehn Tagen. Kanonenfutter also.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dennoch wäre laut dem Miltärhistoriker Prof.Dr. Rainer Pöpinghege der erste Weltkrieg ohne den Einsatz der Pferde nicht möglich gewesen. „Die hätten gar nicht so viel schießen können, weil sie die Munition nicht zur Front hätten schaffen können.“ In dieser mörderischen Zeit dachte wohl kaum einer mehr über Reitkunst oder Dressurreiten nach.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;a href="/shop"&gt;&#xD;
    &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/1715ca52f66c4e39927a77dc84fb5bce/dms3rep/multi/Sammler-Motiv-Ansichtskarten-Adel---Monarchie-beru-hmte-Thema-online-kaufen-eBay-a943e85e.jpg" alt="" title="Klick Tipp führt zum Shop"/&gt;&#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wilhelm II von Hohenzollern konnte sich eine Welt mit Autos nicht vorstellen. Er glaubte an den Fortbestand des Pferdes.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           12. Reitkunst versus Reitsport
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die Abschaffung des Pferdes als ‚Motor der Welt‘ schliesslich, spätestens nach dem zweiten Weltkrieg, änderte die Zweckbestimmung des Pferdes vollständig. All die verschiedenen Pferdeberufe wurden schlicht nicht mehr gebraucht. Die Bestände gingen massiv zurück. Erst mit dem Wirtschaftswunder wurde das Pferd - wieder - zum Statussymbol einer gesellschaftlichen Oberschicht, die man als Geldadel bezeichnen kann. Zunächst waren es die Rennpferde, also schon wieder die englisch Vollblüter, auf die von allen Seiten gesetzt wurde. Dann kamen die Erfolge der sogenannten Sportreiter, speziell bei den Olympischen Spielen. Die Medaillen der deutschen Reiter waren noch weit vor dem Fußball sehr wichtig für das Selbstbewusstsein im Nachkriegsdeutschland.
             &#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
        
            Sie prägen bis heute auch das Bild vom elitären Reitsport.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dressurreiten als olympische Disziplin
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Man denke an Ikonen wie Hans Günter Winkler, Dr. Josef Neckermann, Dr. Rainer Klimke, Uwe Schulten-Baumer. Von Reiterinnen im Dressurreiten kennt man aus der Zeit zwischen 1959-90 eigentlich nur Lieselotte Linsenhoff. Doch dann wird das Sportreiten allmählich Frauensache, ein letzter Paradigmenwechsel.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Der Begriff Pferdesport ist nun gängig, egal welche Disziplin, auch Dressur. Sport bedeutet Wettkampf und Erfolg. Das Ergebnis dieser Entwicklung sehen wir heute in der Art wie gezüchtet wird, wie gelehrt wird und mit den Pferden Umgang gepflegt wird. Für viele Menschen muss es schnell gehen und effektiv sein.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Freizeitreiten
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Reiten ist ist heute glücklicherweise keine Beschäftigung einer gesellschaftlichen Elite mehr. Die Reiter spalteten sich bereits in den 1980er Jahren in verschiedene Lager und durch die sogenannten Freizeitreiter kam endlich eine neue Haltung zum Pferd überhaupt auf. Neue, artgerechte Haltungsformen entstanden. Man entdeckt das Wanderreiten. Raus in den Wald! Man will seine freie Zeit möglichst entspannt mit den Pferden verbringen. Doch auch dies kann einen Anspruch haben.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mittlerweile gibt es wieder Raum für eine Renaissance der Reitkunst, wie sie in der Barockzeit betrieben worden ist.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Damit schliesst sich der Kreis zum launigen Vorwort im 1. Kapitel. Wir sind in der Gegenwart angekommen. Wie können wir diese Reitkunst heute, mit unserem heutigen Verständnis von Kunst bzw. dem zeitgenössischen Kunstbegriff noch betrachten? Dieser Frage widmen wir uns in den nächsten Kapiteln und gehen noch einmal einen Schritt zurück: in die Zeit zwischen den Weltkriegen, genau 100 Jahre also.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Thu, 07 Mar 2024 14:07:34 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.centauralstudio.de/reitkunst-ein-historischer-ueberblick-4-kapiel</guid>
      <g-custom:tags type="string">Ist Reiten Kunst</g-custom:tags>
      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/s/1715ca52f66c4e39927a77dc84fb5bce/dms3rep/multi/_DSC6407.jpg">
        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/s/1715ca52f66c4e39927a77dc84fb5bce/dms3rep/multi/_DSC6407.jpg">
        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Essays zur Reitkunst, 3. Kapitel</title>
      <link>https://www.centauralstudio.de/reitkunst-ein-historischer-ueberblick-3-teil</link>
      <description>Zwei mächtige Impulse führen zu einem Paradigmenwechsel in der Einstellung zum Pferd. Der Begriff Dressur entsteht. Elisabeth von Österreich Ungarn ist eine der ersten reitenden Celebrities. Die Reitkunst wird vom Reitsport verdrängt.</description>
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kapitel 3 der Serie
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h2&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ist Reiten Kunst und wenn ja, welche?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h2&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;a href="/shop"&gt;&#xD;
    &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/1715ca52f66c4e39927a77dc84fb5bce/dms3rep/multi/DSC_0182.jpg" alt="Zwei Reiterinnen beim Ausritt" title="Klick Tipp führt zum Shop"/&gt;&#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Foto: Auch Dressurpferde gehen gern ins Gelände. In der Abwechlung liegt auch eine Form der Kunst. Die Jacke 'Racer' von CENTAURALSTUDIO wurde von der klassichen Rennbekleidung inspiriert.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Wie es weiter ging
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           - Rückblick auf das zweite Kapitel
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Im zweiten Beitrag haben wir erfahren, wie sehr Pferdewissen und seine Verbreitung an die kulturelle Entwicklung der europäischen Gesellschaft und der Stände geknüpft ist. Wir stellten die Frage, ob Reitkunst möglicherweise eine Übertragungsinterpretation des Übersetzers ist, der Begriff aber dennoch eine Akzeptanz und Allgemeingültigkeit bekommen hat, die keiner in Frage stellt. In diesem Teil überlegen wir, warum die Reitkunst verschwunden ist.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           6. Anglomanie in Frankreich und Deutschland
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Zunächst als Anglophilie, also eine Vorliebe für alles Englische bezeichnet, nutzten beispielsweise der französische Philosoph Voltaire und später auch etliche deutsche Dichter der Aufklärung, englische Worte und führten sie in den jeweiligen Wortschatz ein. Man sah in England den Ruf nach Freiheit, z.B. der Religionswahl, deutlich höher entwickelt und setzte damit im Grunde ein politisches Zeichen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           British lifestyle gerät in Mode
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Neben der sprachlichen Aneignung entwickelte sich aber auch ein Trend für englischen lifestyle und somit auch für die britische Reitkultur. Dort hatte sich bereits im 17. Jhd. als Wettkampf junger Adeliger der Rennsport etabliert, eine komplett andere Ausrichtung des Reitens als auf dem Kontinent. Auch dieser war an das Königshaus und den Adel geknüpft: bereits im Jahr 1671 konnte der englische König Charles II mit seinem Pferd einen Sieg in New Market erringen. Bis heute betreibt das englische Königshaus einen eigenen Rennstall. Die englischen Adelsgesellschaft vertrieb sich ausserdem die Zeit mit Jagden zu Pferd. Für den einen ist es eine Bereicherung, für den anderen eine Manie, die britischen kulturellen impacts in die eigene hereinzulassen.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;a href="/shop"&gt;&#xD;
    &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/1715ca52f66c4e39927a77dc84fb5bce/dms3rep/multi/590px-Whistlejacket_by_George_Stubbs.jpeg" alt="Von George Stubbs - http://www.nationalgallery.org.uk/paintings/george-stubbs-whistlejacket, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=861287" title="Klick Tipp führt zu Shop"/&gt;&#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Whistlejacket, 1760 Gemälde von George Stubbs, 1724 - 1806
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Anglomanie und Pferdezucht
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           In seinem 1865 veröffentlichen Buch ‚Folgen der Anglomanie‘ analysiert Dr.jur. R. Jannasch die Situation aus Sicht des Pferdezüchters retrospektiv. Zunächst nimmt er im Kapitel Anglomanie an, dass die englische Pferdezucht durch die Fantasie, welche in einem möglichen Rennerfolg liegt, den Preis für ein junges Pferd enorm in die Höhe treiben konnte.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Daraus folgt: ‚Fast alle (deutschen, ergänzt) Pferdezüchter, teils durch den Reiz der Neuheit, teils durch die Hoffnung, Gewinn daraus zu ziehen, wurden von dieser Rennpferdeepidemie angesteckt. Alles rannte, Menschen und Pferde! Alle alten Reitgäule sollten und mussten rennen lernen; gefielen aber als Akteurs sich selbst und ihren Besitzern so schlecht in ihrer neuen Rolle, daß Letztere die Hoffnung aufgeben mussten, aus ihnen Rennpferde zu bilden. Nach diesen fruchtlosen Versuchen mussten dann Maßregeln und Vorkehrungen getroffen werden auch in Deutschland Rennthiere zu erzeugen. Allein diese Aufgabe war nicht anders zu lösen, als durch Einführung von englischen Rennhengsten und Rennstuten, welche als etwas Auserlesenes und ungewöhnliches mit unseren deutschen Pferderacen gekreuzt wurden. Von diesem Zeitpunkte an datiert sich der rapide Verfall unserer Pferdezucht: Denn man paarte Extreme und züchtete Krüppel!“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Man kann in diesem Zitat durchaus auch die Angst vor dem Fremden und dem Massenphänomen sehen. Alles rennt! Heute werden ihm die einen recht geben, die anderen nicht. In der Tat hat aber die Einkreuzung der Vollblüter den Genpool der anderen europäischen Pferderassen sicher verändert. Die auf Tragkraft und erhabene Gänge gezogenen Pferde der Barockzeit waren fraglos nicht so schnell, wie die langbeinigen Hunter und Vollblutpferde aus Great Britain. Sie kamen aus der Mode.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Pferdewette oder: das Pferd als Kapital
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Darüber hinaus muss eingeräumt werden, dass in der Pferdewette, die von Anfang an dem Rennen anhängt, ein dramatischer Einfluss auf die Haltung zum Pferd inne wohnt. Es entsteht ein Leistungsdruck der auf der Investition in das Jungpferd basiert. Wir spüren den gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Wandel im Hintergrund. Wir nähern uns der Kapitalgesellschaft. Einhergehend mit dem Beginn der Industrialisierung gerät das Reiten als Kunst aus dem Fokus. Diese Entwicklung wird noch von weiteren Faktoren begünstigt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;a href="/shop"&gt;&#xD;
    &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/1715ca52f66c4e39927a77dc84fb5bce/dms3rep/multi/friedrich+d+grosse.jpeg" alt="Friedrich der Große zu Pferd" title="Klick Tipp führt zum Shop"/&gt;&#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           7. Reitkunst versus Dressur
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Preussens Kavallerie
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Friedrich II von Preussen (1712 - 1786) erkannte die Bedeutung der Kavallerie für ein siegreiches Heer und so entstand mit der Erfindung der bewaffneter Reiterheere ein entscheidender Einschnitt in die Reitlehre. In kürzester Zeit mussten Pferde und Reiter ausgebildet werden, und dies nicht zum Zweck, in kunstvoller Manier in der Reitbahn zu traben. Beispielsweise das berühmte Gestüt Trakehnen kann man als eine Art Rüstungsindustrie sehen, denn hier ging es darum Pferde in grosser Zahl für das Heer zu züchten.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein Paradigmenwechsel
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Während sich ‚der alte Fritz‘ noch in barocker Manier auf einem piaffierenden Ross malen liess, übten seine Dragoner wie man eine Attacke im Pulk reitet. Das Pferd war vom Repräsentanten der Mächtigen zum Motor der Macht geworden. Im 18. u. 19. Jhd. ist das Pferd schliesslich erneut kriegsrelevant geworden, vor allem durch die schiere Masse.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Begriffsbildung: Dressur
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Im Ausklang des 19.Jhd.  kommt es zu einer neuen Begriffsbildung: Dressur. Es bezeichnet das sportliche Pendant zum ursprünglichen Prinzip Reitkunst: Die «Gesellschaft zur Prämierung gut dressierter Campagne-Pferde», veranstaltet am 25. April 1873 in Pressburg (heute: Bratislava) das erste Preisreiten mit Anforderungen an die Präsentation des Pferdes in bestimmten Gangarten oder Lektionen. Prüfungen im Dressurreiten fanden von da an in ganz Europa statt. Zum Vergleich ihres Könnens treten in diesem Fall Offiziere an. Die Reitlehre war von der Reitakademie weg in den Kompetenzbereich des Heeres geraten. 1882 trat die erste Vorschrift ‚Instruktion zum Reitunterricht für die Kavallerie‘ in Kraft. Dressur ist das Nominativ zu ‚dressieren‘. Das etymologische Wörterbuch Kluge schreibt: &amp;lt; 16Jhd.‚entlehnt aus alt-frz. Dressur, dieses aus spl. directare ‚herrichten‘, aus dirigere ‚ausrichten’zu regere ‚ lenken, leiten; zunächst gebraucht für das Abrichten der Hunde für die Jagd. Der Begriff Dressurreiten weisst auf eine ganz andere Tätigkeit hin als der Begriff Reitkunst.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/1715ca52f66c4e39927a77dc84fb5bce/dms3rep/multi/799px-Patrick_Le_Rolland_et_Cramique_-_Saumur_1971.jpg" alt="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Patrick_Le_Rolland_et_Cramique_-_Saumur_1971.jpg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dieses Foto von 1971, eine Galopp-Pirouette geritten von Patrick le Rolland im Cadre Noir, Saumur illustriert jenen Paradigmenwechsel, der 100 Jahr zuvor stattgefunden hat. Das Pferd wird beidhändig auf Kandare mit deutlich Zügelkontakt geritten.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           8. Elisabeth von Österreich 1837-1898
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Einen interessanten Anblick in das europäischen Reitgeschehen liefert das 2022 erschienene Buch ‚Sisi’ von Karen Duve. Dieses auf Basis intensiver Quellenforschung entstandene, kurzweilige Buch ist vor allem ein tiefer Einblick in den Lebensalltag der von vielen Autoren und Autorinnen umworbenen Gestalt. Elisabeth von Österreich wird u.a. als eine Extremsportlerin portraitiert, deren Leidenschaft für Jagdreiten legendär war. In der von Karen Duve erschaffenen Sisi können wir entdecken, welcher Kampf-Geist einst und jetzt Menschen antreibt, Pferdesport zu betreiben. Elisabeth reitet in Ungarn, England und Irland einige Saisons auf Fuchs- und Hirschjagden, größtenteils im Damensattel. Bemerkenswert ist, dass in der Zeit der Sisi die Reiterei für adelige Frauen sich geöffnet hatte und auch die eine oder andere Hofdame Reiterin war. Sisi, die von früher Kindheit an die Reitleidenschaft des Vaters teilte, erhielt nach der Hochzeit mit Kaiser Franz Unterricht an der spanischen Hofreitschule. In ihrem Schloss Gödölló liess sie neben der Reitbahn eigens eine Manege einrichten, denn auch der Zirkus hatte eine große Bedeutung für sie.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Die Reitkunst ist zum Ende des 19. Jhd. noch ein Teil der Ausbildung der Adeligen, aber ihre Bedeutung ist Tradition, und nicht mehr aktiv an die Zeit geknüpft. Ein wichtiges Beispiel hierfür ist die Aufgabe des Königs Franz Josef anlässlich der Kaiserkrönung 1867 eine vierfache Levade auf erhöhtem Gelände in alle Himmelsrichtungen zu präsentieren. Um dies zu erlernen wurde der sehr bekannte Zirkusdirektor Ernst Renz (1815-1892) als Ausbilder in die Wiener Hofburg geholt, denn der Kaiser war kein geübter Reiter im Sinne der Reitkunst.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;a href="/shop"&gt;&#xD;
    &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/1715ca52f66c4e39927a77dc84fb5bce/dms3rep/multi/Elisabeth_of_Austria_horse.jpg" alt="Elisabeth von Österreich zu Pferd, Sprung über ein Hindernis" title="Klick Tipp führt zum Shop"/&gt;&#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Elisabeth von Österreich, die ihre Ausbildung am Hof im Sinn der Reitkunst absolviert hat, reitet selbst im Damensattel über einem Hindernis noch mit einer lässigen Eleganz. Und sie ist stets stilsicher gekleidet.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Zirkustricks und das sogenannte Kunstreiten, eine Akrobatik zu Pferd, heute auch bekannt als Voltigieren, sind die Formen welche ebenfalls den Zeitgeist bestimmen. Fräulein Elise Petzold, Ziehtochter des Zirkusdirektors Renz beispielsweise ist eine berühmte Kunstreiterin. Kunstreiter Gustav Hüttemann und Fräulein Elisa bilden persönlich die Zirkuspferde der Kaiserin, Flick und Flock mit Namen, aus. Sisi gibt aber auch selbst Vorführungen mit den beiden Arabern. Historisch gesichert ist, dass die Pferde in wildem Galopp auf sie zustürmten und in letzter Sekunde stoppten. Die Geburtsstunde der Freiheitsdressur hatte also längstens geschlagen.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Im nächsten Beitrag beschäftigen wir uns mit der Reitbekleidung einer Kaiserin und Gustav Steinbrecht.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Sun, 25 Feb 2024 10:08:17 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.centauralstudio.de/reitkunst-ein-historischer-ueberblick-3-teil</guid>
      <g-custom:tags type="string">Ist Reiten Kunst</g-custom:tags>
      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/s/1715ca52f66c4e39927a77dc84fb5bce/dms3rep/multi/5_Niedrige_Qualita-t.jpg">
        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/s/1715ca52f66c4e39927a77dc84fb5bce/dms3rep/multi/5_Niedrige_Qualita-t.jpg">
        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Essays zur Reitkunst, 2. Kapitel</title>
      <link>https://www.centauralstudio.de/reitkunst-ein-historischer-ueberblick-2-teil</link>
      <description>Entwicklung der Reitkunst in der frühen Neuzeit. Klärung wie sehr Pferdewissen und seine Verbreitung an die kulturelle Entwicklung der europäischen Gesellschaft und der Stände geknüpft ist. Von Pluvinel bis Goethe.</description>
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kapitel 2 der Serie
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h2&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ist Reiten Kunst und wenn ja, welche?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h2&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;a href="/shop"&gt;&#xD;
    &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/1715ca52f66c4e39927a77dc84fb5bce/dms3rep/multi/Doro_Reitstunde_1+%2821%29.jpg" alt="Frau mit ihrem Pferd bei der Bodenarbeit, ein Teil der akademischen Reitkunst" title="Klick Tipp führt zum Shop"/&gt;&#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Foto: Bei der akademischen Bodenarbeit geht man rückwärts in Bewegungsrichtung des Pferdes.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Wie alles begann
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           - Rückblick auf das erste Kapitel
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Im ersten Beitrag haben wir uns mit dem Begriff der akademischen Reitkunst auseinander gesetzt und geklärt, dass er sich vor allem auf die historischen Reitakademien der Spätrenaissance bezieht.
            &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Wir haben uns mit den sog. Vätern der Reitkunst, Xenophon und Grisone befasst und damit einen weiten Bogen sehr kurz gespannt. Diese beiden Autoren sind verbunden durch ihre Bücher, die noch heute einen Stellenwert in der Erforschung der Ausbildungspraxis der Reitpferde vergangener Epochen haben. Doch haben sie die Bücher überhaupt im Bewusstsein geschrieben, dass Reiten eine Kunst sei? Wann ist der Moment, da es im kollektiven Bewusstsein eine Vereinbarung gibt, dass es nicht nur Reiten, sondern es eine Reitkunst ist.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ﻿
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           5. Reitkunst: möglicherweise ein Übersetzungsfehler?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ordine di cavalcare
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           , die Reitlehre des Federico Griso bedeutet wörtlich: ‚Anweisung zum Reiten’
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Man könnte annehmen, dass eine Übersetzungsinterpretation den Begriff der Reitkunst eingeführt hat. In der Übersetzung von Johan Fayser hat das 1570 in Augsburg gedruckte Buch den Titel:
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           „ Künstlicher Bericht und allerzierlichste beschreybung des Edlen, Vhesten, vnnd Hochberümbten Ehrn Friderici Grisonis Neapolitanischen hochlöblichen Adels: Wie die Streitbarn Pferdt (durch welche Ritterliche Tugenften mehrers theils geübet) zum Ernst und Ritterlicher Kurtzweil geschickt und volkommen zumachen.“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Das Buch beginnt mit einer Vorrede: „Aus den Ritterlichen Künsten ist die Pferdezucht/meines erachtens/die schönst (…)“
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Aus Ritterlicher Kunst wird Reitkunst?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Johan Fayser ignoriert hier die im ersten Beitrag angesprochene Teilung in ‚Fähigkeiten‘ und ‚artes‘ und macht die Pferdezucht zu einer ‚Ritterlichen Tugend’, wo sie begrifflich eigentlich gar nicht hingehört. Ritterliche Tugenden sind ethische Werte wie beispielsweise Treue, Anstand, Demut, Freundlichkeit. Der Gedanke liegt durchaus nahe, dass aus der im Buch beschriebenen ‚Ritterlichen Kunst‘ für die späteren Rezeptoren Reitkunst wurde.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            In der Tat ist das Buch eine Lehre zur Ausbildung des Pferdes für die ritterlichen Turnieraufgaben, also Ringe stechen, Tjost, Schwertkampf. Die deutsche Ausgabe ist reich bebildert und man kann deutlich die wiederkehrende Arbeit auf Zirkel und Volte erkennen. Eine digitalisierte Originalausgabe befindet sich
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://onb.digital/result/10527C8C" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           hier
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           . Sehr interessant ist die lange Vorrede, welche sich vor allem mit der Auswahl des geeigneten Pferdes befasst.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/1715ca52f66c4e39927a77dc84fb5bce/dms3rep/multi/ordincaval2.jpeg" alt=""/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Übersetzer gesucht!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Folgende Fragen werfen sich auf: Was bedeutet ‚Hipparchikos &amp;lt;technees&amp;gt;’ und 'Peri hippikes &amp;lt;logos&amp;gt;' jene Buchtitel des Xenophon, im Wortsinn? Wer kann Altgriechisch und es wortwörtlich übersetzen, denn die Internet Übersetzer können es nicht. Obwohl Xenophon und auch Grisone als die ‚Väter der Reitkunst‘ gelten, haben sie Ihre Schriften nicht im Sinne der Kunst betitelt. Wer weiss etwas darüber, oder möchte übersetzen?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           6. Reitkunst zur Zeit des Absolutismus
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Antoine de Pluvinel
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sehr einflussreich für die Nachwelt wurde Antoine de Pluvinel, (1555 - 1620) der als Reitlehrer des französischen Königs Ludwig XIII in seinen illustrierten Büchern einen Eindruck vermittelt, wie ausgebildet wurde und was. Sein Werk ‚La Manège Royale‘ erschien postum und ist ein Kunstwerk an sich. Die zahlreichen Kupferstiche bieten uns heute einen Eindruck des Zeitgeistes und wie genau man die Lektionen bereits entwickelt hatte. Sein Credo war der eines gewaltlosen Umgangs mit dem Pferd.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Im Übrigen ist es in dialogischer Form geschrieben. Die Renaissance wirkt hier noch nach.
            &#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Reiten in der Aura eines barocken Königs zu erlernen blieb schon allein aus Kostengründen einem elitären Kreis vorbehalten, und wurde in der Zeit des Absolutismus wieder ganz vom Adel vereinnahmt. Die Reitakademie wurde zu einer Bildungseinrichtung für den jungen Adeligen und vermittelte noch andere, ehemals dem ritterlichen Ausbildungskanon entstammende Fertigkeiten wie Tanzen, Fechten und Musizieren.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mit Sicherheit war dies eine Form der Privatschule und somit eine Einrichtung, die Prestige verhiess, genauso wie das Rassepferd.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Für die Barocke Adelsgesellschaft war das speziell veranlagte Pferd quasi ein ‚must have‘, und insbesondere die Königshäuser züchteten vornehmlich aus spanischen Pferden eigenen Linien. Die Bildwerke der Zeit sprechen für sich. Wer auf sich hielt, liess sich in einer Levade, Piaffe oder Passage auf einem herrlichen Pferd malen. Das Zentrum der einflussreichen Reitlehre war nun nach Paris, dem Epizentrum des Barock gerückt. Die ehemals italienischen Begriffe für die Lektionen wurden partiell ins Französische übertragen, wie Levade, Travers, Renvers, Piaffe oder Passage.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/1715ca52f66c4e39927a77dc84fb5bce/dms3rep/multi/922px-Antoine_de_Pluvinel_donnant_une_lec-on_d-e-quitation_a-_Louis_XIII.jpg" alt=""/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kupferstich aus dem Buch 'La Manège royal'
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ecuyer du Roy
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            François Robichon de la Guérinière (1688 - 1751) trat im idealistischen Sinn die Nachfolge des Pluvinel an. Auch er war ein Ecuyer du Roy, ein Reitlehrer des Königs, in diesem Fall Ludwig XV und leitete die Reitschule der Tuilerien. Auch er war der Autor eines wichtiges Werkes: ‚Ecole de Cavalerie, contenant La Connoissance, l’Instruction, et a Conservation du Cheval. Avec figures en Taille-douce. Avec Approbation et Privilege du Roi.’ Dieser Titel wird in der aktuellen deutschsprachigen Ausgabe munter übersetzt mit: „Reitkunst oder gründliche Anweisung zur Kenntnis der Pferde, deren Erziehung, Unterhaltung, Abrichtung, nach ihrem verschiedenen Gebrauch und Bestimmung.“ Auch hier finden wir im französischen Titel keinen Hinweis darauf, dass der Begriff Reitkunst in Frankreich genutzt worden wäre. Vielleicht ist er auf den deutschsprachigen Raum beschränkt?
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ars Equitandi
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Im 2020 erschienenen Buch ‚Ars equitandi‘ von Stefanie Stockhausen siedelt die Autorin den Begriff der Reitkunst in der frühen Neuzeit an. Das ist im Grunde der grosse Zeitabschnitt, den wir hier bereits seit Grisone überspannt haben und an den auch die europaweit existierenden Reitakademien geknüpft sind.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Gehen wir also davon aus, daß sich die Reitkunst als Begriff für eine gesellschaftliche upper class etabliert hat und diese Kunst zu pflegen, möglicherweise ähnlich wie man ein Musikinstrument spielen, eine Fremdsprache lernen, eine Dame im Tanz oder einen Degen zu führen weiss, eine Sache des Prestiges, und dem männlichen Geschlecht vorbehalten ist. Die dazu gehörige Institution ist eine Reitakademie.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ﻿
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/1715ca52f66c4e39927a77dc84fb5bce/dms3rep/multi/IMG_0953.jpeg" alt=""/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Illustration aus dem Eisenberg Zyklus, Mitte 18.Jhd. Piaffe auf gerader Linie
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           6. Goethe und die Reitkunst
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Einen echten Alltagseinblick in das Reitenlernen dieser Zeit liefert uns kein anderer als Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832). In ihrem Artikel ‚Goethe and the Aesthetics of Equestrian Art‘ (2022) zitiert wiederum die Autorin Stefanie Stockhausen den Dichter.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die pedantische Behandlung dieser schönen Kunst war mir höchlich zuwider. […]
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Übrigens schien der Unterricht nur auf Prellerei und Beschämung der Scholaren angelegt. Vergaß man die Kinnkette ein- oder auszuhängen, ließ man die Gerte fallen oder wohl gar den Hut, jedes Versäumnis, jedes Unglück mußte mit Geld gebüßt werden, und man ward noch obenein ausgelacht. Dies gab mir den allerschlimmsten
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Humor, besonders da ich den Übungsort selbst ganz unerträglich fand. Der garstige, große, entweder feuchte oder staubige Raum, die Kälte, der Modergeruch, alles zusammen war mir im höchsten Grade zuwider; und da der
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Stallmeister den andern, weil sie ihn vielleicht durch Frühstücke und sonstige
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    
          G
          &#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           aben, vielleicht auch durch ihre Geschicklichkeit bestachen, immer die besten Pferde, mir aber die schlechtesten zu reiten gab, mich auch wohl warten ließ, und mich wie es schien hintansetzte: so brachte ich die allerverdrießlichsten Stunden
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           über einem Geschäft hin, das eigentlich das lustigste von der Welt sein sollte.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ﻿
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
      
           (Dichtung und Wahrheit, I. 4; FA, XIV, 163)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dieses Zitat referenziert auf den Teenager Goethe, denn aufgrund der hervorragenden Recherche von Stefanie Stockhausen wissen wir, dass er laut den Büchern seines Vaters Reitunterricht an einer Reitschule in Frankfurt, betrieben von Ambrosius Runckel, erhalten hat. Sein Eindruck und seine Gefühle sind sicher für viele Reiterinnen und Reiter sehr lebendig nachvollziehbar.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Quelle: Stefanie Stockhorst (2022) Goethe and the Aesthetics of Equestrian Art, Publications of the English Goethe Society, 91:1, 58-74, DOI:
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://doi.org/10.1080/09593683.2022.2027735" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           10.1080/09593683.2022.2027735
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (in englischer Sprache)
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Im nächsten Beitrag widmen wir uns dem Einfluss Grossbritanniens, Preussens und dem Krieg.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Tue, 20 Feb 2024 19:57:53 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.centauralstudio.de/reitkunst-ein-historischer-ueberblick-2-teil</guid>
      <g-custom:tags type="string">Ist Reiten Kunst</g-custom:tags>
      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/s/1715ca52f66c4e39927a77dc84fb5bce/dms3rep/multi/_DSC6992.jpg">
        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/s/1715ca52f66c4e39927a77dc84fb5bce/dms3rep/multi/_DSC6992.jpg">
        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Essays zur Reitkunst, 1. Kapitel</title>
      <link>https://www.centauralstudio.de/reitkunst-ein-historischer-ueberblick-1-teil</link>
      <description>Urspünge des Begriffs Reitkunst und seine Verwendung im Wandel der Zeit. Von der Antike bis zur Renaissance. Von Xenophon bis Grisone.</description>
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kapitel 1 der Serie
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h2&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ist Reiten Kunst und wenn ja, welche?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h2&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;a href="/shop"&gt;&#xD;
    &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/1715ca52f66c4e39927a77dc84fb5bce/dms3rep/multi/_DSC8004.jpg" alt="Junge Frau mit ihrem Pferd in Mystischer Landschaft in der Schulparade" title="Klick Tipp führt zum Shop"/&gt;&#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Reitkunst, was ist das?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Früher, sagen wir vor 30 Jahren, war reiten Reiten. Es gab Dressur und Springen, Western war neu, es gab Begriffe wie Hohe Schule oder Freizeitreiterakademie, und Piaffe und Passage gehörten zur Olympiade. Es gab Wanderreiten und Freizeitreiten. Im Grunde war Reiten ein Sport, dem man in seiner Freizeit, oder professionell nachging. Vielleicht war es das Internet, vielleicht Monty Roberts, vielleicht weil dank der New Economy doch das Halten eines ‚Privatpferdes’ möglich geworden ist. Reiten wurde zu einem Breitenphänomen. Es tauchten Begriffe auf wie Horsemanship und Pferdeflüsterer. Dominanz ersetzte den Begriff des Gehorsam.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Man kaufte sich ein Knotenhalfter und die Lösung aller Probleme mit der Spezies Pferd sollte das Round Pen liefern. Die Western-Welle brachte groteske Kandaren mit sich und parallel bekam man zu hören, dass es auch ohne alles geht, nämlich mit einem Halsring. Und dann kam das spanische Pferd. Es fegte mit seinem ultimativen Flair und seiner traumhaften Schönheit das Quarter Horse regelrecht weg. Mit ihm kam - das behaupten wir fraglos - der Begriff der Reitkunst. Er unterscheidet, neben der klassischen Dressur oder der Barockreitweise, in die klassische und die akademische Reitkunst. Als Anhänger der letzteren wollen wir unsere Frage an dieser, der akademischen Reitkunst, orientieren.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           1. Akademische Reitkunst
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Reiten als eine Kunst zu definieren geht auf ein Werk des griechischen Schriftstellers Xenophon (ca. 430 - 354 v. Chr.) zurück. Nahezu alle Reitlehren berufen sich inhaltlich auf das 350 v. Chr. verfasste Buch ‚Peri Hippikes &amp;lt;technees&amp;gt;‘, übersetzt mit: ‚On Horsemanship‘, zu Deutsch ‚Über die Reitkunst‘. Verwendet wird der Begriff Reitkunst in zeitgenössischen Reitlehren beispielsweise von Bent Branderup. Er hat noch um das Adjektiv akademisch erweitert. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Diese Akademische Reitkunst bezieht sich, neben antiken Quellen, auf wichtige Reitmeister des Barock bis hin in die Neuzeit.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://bent-branderup.de/akademische-reitkunst" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Bent Branderup
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            sieht seine Lehre auch als ein archäologisches Forschungsprojekt, welches er ständig hinterfragt und weiter entwickelt.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Eine wichtige Zielsetzung seiner Lehre ist es, dem Pferd ein höheres körperliches und verbunden damit geistiges Wohlbefinden anzubieten, als es ohne den Austausch mit dem Menschen erreichen könnte. Dieser folgt idealerweise dabei Prinzipien, welche offen genug sind, um der individuellen Veranlagung des Pferdes Raum zu geben, es dabei aber nicht zu überfordern. Das Pferd erlernt durch den Eingriff des Menschen Fähigkeiten, die es selbst nicht lernen könnte, selbst wenn auf die natürliche Bewegungsmotorik referenziert wird.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Da es sich hierbei um einen Prozess handelt welcher bestimmten Techniken, theoretischem und empirischem Wissen, aber auch kreativen Impulsen folgt, der Mensch und Pferd gleichermaßen fordert, haben wir an dieser Stelle angesetzt zu fragen, ob es sich dabei gleichermaßen um einen künstlerischen Prozess handeln könnte.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;a href="/shop"&gt;&#xD;
    &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/1715ca52f66c4e39927a77dc84fb5bce/dms3rep/multi/Ausschnitt+Gozzoli_magi.jpeg" alt="Von Benozzo Gozzoli - La Capella dei Magi, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=809730" title="Klick Tipp führt zum Shop"/&gt;&#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Benozzo Gozzoli: Ausschnitt aus: La capella dei Magi von 1450
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Zeitgenössiche Reitweise an einem spätmittelalterlichen Hof, vermutlich Florenz. Bemerkenswert ist der entspannte Sitz der Reiter, die ebenfalls lockere Zügelführung, die prächtigen Gewänder und die grosse Anmut.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Historischer Hintergrund:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           2. Es beginnt mit einer Wiedergeburt
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Der wichtigste Einschnitt in das gesamte Geschehen europäischer Kunst - denn die ist es, welche wir gewohnter Weise betrachten - wird durch die Renaissance markiert. Die Renaissance wird auch als erste europäische Revolution bezeichnet, also ein Geschehen welches nicht nur die bildende Kunst betrifft. In den Bildwerken der Zeit zwischen 1450 und 1550 können wir es aber am Besten erkennen: es ist die Geburt des Individuums. Wo vorher holzschnittartige Larven für bestimmte Menschentypen standen, erkennen wir nun Gesichter.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Renaissance
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die Kunst an erster Stelle erlebt eine Wiedergeburt, eine Renaissance. Denn wenn wir in die Antikensammlung gehen, blicken uns ebenfalls menschliche Gesichter und individuelle Züge an. Die Renaissance hat als europäisches Phänomen versucht die Philosophie, die Wissenschaften und insbesondere die Kunst der griechischen Antike aufzugreifen und zu beleben.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kulturelle Leistung
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Diese wichtige kulturelle Leistung hat in den Humanismus und die Aufklärung geführt, und dass uns die Brücke zur Antike nicht nur erhalten geblieben ist, sondern wir auch nach wie vor Theorien, Erkenntnisse und philosophischen Inhalt der vorchristlichen Zeit in unserer Kultur praktizieren. Und ebenfalls erstmalig wird der Figur des Künstlers als Erschaffer ein Stellenwert eingeräumt, und er wird als Mensch mit dem Werk verbunden.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Man kann ohne Zweifel behaupten, dass ohne die Renaissance, welche den Menschen ins Zentrum der Betrachtung rückt, ja zu ihrem Gegenstand macht, der spätere Umbruch in die Moderne nicht möglich gewesen wäre.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;a target="_blank" href="/shop"&gt;&#xD;
    &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/1715ca52f66c4e39927a77dc84fb5bce/dms3rep/multi/1314px-Leonardo_da_Vinci_-_Study_for_an_equestrian_monument_%28recto%29_-_Google_Art_Project.jpg" alt="Von Leonardo da Vinci - CQHpQyy0bvQVNA at Google Cultural Institute maximum zoom level, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=22491310" title="Klick Tipp führt zum Shop"/&gt;&#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Leonardo da Vinci: Studie für ein Reiterstandbild 1488/89
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           3. Die Bedeutung der Akademien
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die Bezeichnung Akademie geht auf die von Platon 387 v. Chr. gegründete antike Philosophenschule in Athen zurück. Der Ort dieser Schule befand sich in einem als Akademeia bezeichneten Hain ausserhalb der Stadtmauer von Athen. Dort erteilte Platon philosophisch wissenschaftlichen Unterricht, fraglos für eine gesellschaftliche Oberschicht, welche ihn finanzierte. Im Laufe der Zeit wurden die Schulmitglieder Akademiker genannt.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Platonischer Dialog
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wichtig an der Haltung der Akademiker seit Platon und seiner Nachfolge ist die Offenheit des Diskurses. Es gab kein Dogma. Platon wählte für seine Schriften den Dialog, um verschiedene Positionen diskursiv - von verschiedenen Standpunkten aus - zu verhandeln. Weitere wichtige Akademiker sind Aristoteles, Sokrates und der bereits erwähnte Schüler des Sokrates, Xenophon.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Akademiegründungen in Europa
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Das Vorbild der antiken Gelehrtenschule hat während der Renaissancezeit zu Akademiegründungen zunächst in Italien geführt. Es handelte sich um säkulare Bruderschaften, deren Tätigkeit oft nicht nach aussen hin definiert wurde. Das Modell der Akademie breitete sich über ganz Europa aus und wird von einer
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="http://www.renaissance-port.de/essays/284-christoph-wilhelmi-akademien-seit-der-renaissance.html" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Quelle
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           , neben der Erfindung des Buchdrucks, als eine Hauptursache für die schnelle, und länderübergreifende Vermittlung der Renaissance Ideen beschrieben. Bemerkenswert auch, dass diese Akademien nicht nur aus Adeligen bestanden haben, sondern Vertreter des aufkommenden Bürgertums ebenfalls auf den Mitgliederlisten zu finden sind.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/1715ca52f66c4e39927a77dc84fb5bce/dms3rep/multi/Bildschirmfoto+2024-02-14+um+21.38.31.png" alt="Ausbildung eines Pferdes in der Ranaissance nach Grisone" title="Reitkunst der Renaissance"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Grafik aus dem Buch 'Ordine di Cavalcare' des Federico Griso, genannt Grisone von 1550/
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://onb.digital/result/10527C8C" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           deutsche Übersetzung von 1570
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           4. Was ist akademisch an der Reitkunst
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
        
            Daher nimmt es nicht Wunder, dass die Reitlehren des Xenophon ebenfalls wieder Einzug in die Vermittlung des Reitens der damaligen Gegenwart gewinnen und für eine praktische Umsetzung ihren Ort in einer Reitakademie finden. Der heute aufgrund seiner zum Teil tierquälerischen Methoden umstrittene
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="http://www.reitlehre.de/grisone.htm" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Federico Grisone
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            gründete als erster ein solches Institut 1532 in Neapel ausserhalb eines Fürstenhofes.
             &#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Wichtig zu wissen:
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           davor, im Mittelalter, war alles, was mit einer Ausbildung der besonders hochwertigen Pferde und ihrer Reiter zusammenhing, an die Fürstenhöfe und Königshäuser gebunden. Reiten, eine der ritterlichen Fähigkeiten, wurde im Privatunterricht an den Höfen vermittelt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;a target="_blank" href="/shop"&gt;&#xD;
    &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/1715ca52f66c4e39927a77dc84fb5bce/dms3rep/multi/schulhalt+levade.jpg" alt="Detail: Anbetung der Könige, Bertolo di Fredi 1367" title="Klick Tipp führt zum Shop"/&gt;&#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Bertolo di Fredi: Ausschnitt aus Anbetung der Könige von 1367. Wir sehen den Schulhalt, eine kleine Levde und vermutlich eine Piaffe beim dritten Reiter mit dem Fuchs. Dieses Bild aus dem späten Mittelalter ist weit vor der Gründung einer ersten Reitakademie entstanden.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ritterliche Fähigkeiten:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           septem artes liberales
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            bezeichnen den Überbegriff für die ‚freien Wissenschaften‘. Im Lateinischen wird hierfür artes ‚die Künste‘ gesetzt. Hierzu gehören beispielsweise: Grammatik, Rhetorik und Dialektik, um die Basis zu nennen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Mit lat.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           septem probitates
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            bezeichnet wurden der männlichen adligen Jugend sieben ritterlichen Fähigkeiten anerzogen: Reiten, Fechten, Bogenschießen, Jagen, Schwimmen, Schachspielen und musikalische, oder lyrische Vortragskunst
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Man kann davon ausgehen, dass Ritter, anderen Annahmen zum Trotz, gute Reiter gewesen sind und ihre Ausbildung, insbesondere für den Kampf zu Pferd, viel Zeit in Anspruch genommen hat. Nur kann man dieses Wissen nicht mehr reproduzieren, da es so gut wie nicht aufgeschrieben worden ist.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Aber Bilder wie jenes von Bertoli di Fredi, 180 Jahre vor der Gründung der ersten Reitakademie, zeigen es deutlich genug.
            &#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die erste Reitakademie:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            An der Reitakademie des Grisone lernen nun wiederum junge Adelige, aber er ist nicht mehr an einen Hof gebunden, und er schreibt seine Reitlehre auf. Neben dem Netzwerk der Akademien wurden Bücher zu einem Wissensquell, der Lehrinhalte für viel mehr Menschen verschiedener Stände zugänglich gemacht hat. Mit dem Impuls, den Grisone mit der Gründung der Reitakademie in Neapel gesetzt hat, entstehen Europaweit Reitakademien und über das Buch eine Annäherung zu einer Grundlage von Pferdewissen. Sein Buch
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://onb.digital/result/10527C8C" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Ordine di Calvalcare
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            wurde in fast alle europäischen Sprachen übersetzt, woran man erkennen kann, dass es auf ein hohes Interesse getroffen ist.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Im nächsten Beitrag sprechen wir über mögliche Übersetzungsinterpretation und die großen französischen Reitmeister der Barockzeit.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Wed, 14 Feb 2024 11:02:53 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.centauralstudio.de/reitkunst-ein-historischer-ueberblick-1-teil</guid>
      <g-custom:tags type="string">Ist Reiten Kunst</g-custom:tags>
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      </media:content>
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        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
  </channel>
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